Don't mess with the carbon

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2023 hatte ich mein eMTB gekauft. Zur Auswahl stand das damals aktuelle Modell 2023 oder das Vorjahresmodell 2022. Das 2023 Modell war aktueller - auch was einige Bauteile betraf - und es ist aus aus Carbon anstatt aus Aluminium wie das 2022 Modell. Carbon, noch einmal etwas leichter als Alu.
Jedoch gibt es einen Nachteil, den leider auch der Händler nicht erwähnt hatte ...

Der Morgen fing schon einmal gut an. Alexa weckte mich, es gab Musik die zum Aufstehen animiert.

Unwillkürlich fühlte ich mich an die "Morgenstimmung" erinnert ...

Noch etwas liegen bleiben, langsam wach werden ...
Ne, verdammt. Heute muss das Rad in die Inspektion, schließlich soll es noch vor dem geplanten Fahrradurlaub fertig werden.

Und da war es wieder, mein Problem: don't mess with the carbon.

Mein Rad hat einen Carbonrahmen. Alles ganz nett, leicht, rostet nicht, ... doch leider hat der Händler ein paar wichtige Sätze vergessen zu erwähnen, die ich nach dem Kauf in der Bedienungsanleitung (ja, ich lese hin und wieder so etwas) fand:

  • Montieren Sie auf keinen Fall Schellen, Verschraubungen, Klemmungen oder andere Elemente, die mechanische Kräfte auf das Carbon ausüben. (Bedienungsanleitung S. 23)
  • Beim Transport von Rädern mit Carbonrahmen ist besondere Vorsicht geboten.  (Bedienungsanleitung S. 24)
  • Schützen Sie den Rahmen vor Kontakt mit anderen Teilen. Nutzen Sie dazu Decken o. ä.  (Bedienungsanleitung S. 24)
  • Es dürfen keine Trägersysteme o. ä. verwendet werden, die zur Fixierung und Befestigung Klemmelemente einsetzen.
    Durch die Klemmkräfte kann es zu Beschädigungen der Rohre oder Ausfallenden kommen.  (Bedienungsanleitung S. 24)
  • Transportieren Sie dieses Fahrrad nur im Inneren Ihres Autos.  (Bedienungsanleitung S. 57)
  • Dieses Fahrrad darf nicht in Auto-Tragesysteme (Dachträger, Heck- oder Innenraumträger o. ä.) eingespannt werden. (Bedienungsanleitung S. 57)

Also, wenn ich mir das alles so durchlese, bekomme ich richtig Angst das Rad in einem Bikepark zu benutzen. Scheinbar zerlegt es sich ja schon bei der kleinsten Belastung. Um Himmels willen den Rahmen nicht belasten. Aber wozu dann so einen Carbon-Rahmen? Ich bin mir sicher, dass bei dem Alurahmen solche Sätze nicht standen. Vielleicht will man sich so aber auch nur um die Garantie drücken? "Sie haben das Rad transportiert? Ja, dann ...".
Außerdem ist es ein bisschen realitätsfern. Bei Tagestouren ist im Auto transportieren ja noch akzeptabel. Aber spätestens für die zwei Wochen Urlaub in Österreich möchte ich mich nicht zwischen "Rad" und "ausreichend Wäsche" entscheiden müssen. Und einen Bus zu kaufen nur um beides zu transportieren ist auch ein bisschen weit hergeholt.

Nun habe ich das Glück, dass mein EUFAB Radträger über keine Klemmung verfügt, sondern über Riemen. Das Problem ist nur, dass das Rad ziemlich groß und ausladend ist, und natürlich gibt es beim Bremsen und Beschleunigen immer kleine Bewegungen, so dass doch die Gefahr besteht, dass ggf. zu viel Druck auch trotz Riemen auf die Stelle des Rahmens ausgeübt wird, an der der Riemen mit Halterung anliegt.
Daran hat dann auch nicht der Thule Carbon Frame Protector geändert. Entweder zu wenig Abstand zum Fox Raddämpfer, zur Querstrebe vorne, unten zu tief erst Recht am Carbonrahmen mit zu viel Hebelwirkung, rechts an den Alustreben des Hinterrades wäre es wieder gegangen (da eben kein Carbon), aber dafür sind die Haltesysteme des Radträgers wieder zu kurz ...

Also war eine weitere Idee gefragt, die ich letztendlich in einem Rahmenadapter fand. Eigentlich eine Erfindung für den Transport von Damenrädern, die eben nicht die "Herrenstange" oben besitzen, so dass das Rad bei einigen Radträgern nicht befestigt werden kann, passt es auch für mein eMTB. Denn da der Adapter zwischen Lenker und Sattel montiert wird, kommt er nicht mit dem Carbonrahmen in Berührung, außerdem ist er aus Alu und da kann ordentlich dran geklemmt werden! Ein zusätzlicher Abschnitt eines Heizung-Schaumstoff Isorohrs sorgt für vergrößerte Kontaktfläche und somit für weiteren Puffer und Schutz.

Nach einigem ausprobieren war es dann soweit, dass Rad konnte zur Inspektion gebracht werden.
Die Befestigung habe ich noch schnell mit ein paar Fotos dokumentiert, um beim nächsten Mal nicht wieder neu tüfteln zu müssen.

Der Abend fand dann noch seinen Abschluss in meinem Lieblingsrestaurant, dem Holsteiner Fährhaus.

So, und nun ist Feierabend und auch zum Ausklang des Tages die passende Musik.

Gute Nacht alle zusammen!

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