Willkommen zur Teergrube

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"Zur Teergrube" ist kein Restaurant. Es handelt sich um eine Methode um Telefon-Spammer ein wenig zu beschäftigen und frustrieren.

Eine Teergrube ist in der Kommunikationstechnik vereinfacht gesagt etwas, in dem Nachrichten "kleben" bleiben sollen. Damit möchte man die Spammer beschäftigen ohne selbst genervt zu werden.

In letzter Zeit kamen wieder so viele Werbeanrufe rein, dass ich ein wenig "gegennerven" wollte und meinen Anrufbeantworter "Teergrube" mit allen Werbenummern gefüttert habe, die angerufen haben. Wird eine dieser Nummern erkannt, landet der Anrufer automatisch auf dem Anrufbeantworter. Und dann geht der Spaß los ...

Dafür habe ich mir extra einen Text generieren lassen, denn inzwischen wird die eigene Stimme ja schon gelegentlich von der Gegenseite aufgenommen und für betrügerische Zwecke genutzt (z. B. wird aus dem "Ja, hallo - wer spricht da?") das "Ja" für die Antwort auf die Frage, ob man denn das teure Zeitschriften-Abo abschließen möchte herausgeschnitten als "Nachweis". Das kann mit einer künstlich generierten Ansage nicht passieren.

Und das bekommen bei mir alle nervenden Anrufer zu hören ...

Ja, hallo. Schönen guten Tag. Was kann ich für Sie tun? Das ist aber interessant. Können Sie mir mehr davon erzählen? Ist das wirklich so? Das kann ich ja nicht glauben. Sprechen Sie ruhig weiter. Ich bin unglaublich interessiert. Es ist total interessant. Ich danke Ihnen, dass Sie mich angerufen haben. Eine unglaubliche Chance für mich. Vielen Dank. Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. Sagte zu mindestens Goethe. Was können Sie mir denn über Schiller erzählen? Glauben Sie auch, dass das Wetter dieses Jahr schöner wird? Und diese Klimaerwärmung. Deswegen fahre ich viel Fahrrad. Um das Klima zu schützen. Aber auch, weil es Spaß macht. Außerdem ist es gesund. Und ich bekomme in der Firma immer einen Parkplatz. Haben Sie auch ein Fahrrad? Die Preise dafür sind ja gerade gefallen, da ist es günstig eines zu kaufen, glauben Sie mir. Möchten Sie mein altes Fahrrad kaufen? Ich mache Ihnen einen guten Preis! Falls ich mit dem Fahrrad in den Urlaub fahre, habe ich mir für meinen PKW einen Fahrradträger gekauft. Dieser wird an der Anhängerkupplung befestigt. Mein Auto ist ein Skoda Fabia. Wenn ich sehr sparsam damit fahre, brauche ich nur 3,5 Liter auf 100 Kilometer. Aber kommen wir zurück auf Ihren Anruf. Was möchten Sie mir mitteilen? Ist es wichtig? Glauben Sie, dass es mich interessieren wird? Dann sprechen Sie doch bitte jetzt auf meinen Anrufbeantworter, ich verspreche Ihnen auch, dass ich nicht zurückrufen werde! Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag und weiterhin viel Erfolg bei Ihren Werbeanrufen! Wobei: Kaltakquise ist ja eigentlich in Deutschland gesetzlich verboten. Wussten Sie das? Wissen Sie, was Kaltakquise ist? Können Sie in Wikipedia nachlesen. Warum verdienen Sie sich eigentlich damit Ihren Lebensunterhalt? Möchten Sie nicht lieber einen richtigen Job? Aber ich schweife wieder ab. Hinterlassen Sie mir einfach Ihr unglaubliches Angebot auf dem Anrufbeantworter. In drei, zwei, eins. Jetzt.

Alternativen

Wenn man mehr Informationen über den unerwünschten Anrufer haben möchte, kann man natürlich auch einen kurzen Text erstellen lassen, der dann den Eindruck erweckt, eine echte Person hätte das Telefonat entgegen genommen. Das Signal vom Anrufbeantworter, welches anzeigt, dass nun eine Aufnahme startet wird manchmal nicht bemerkt. Und dann quatscht der Werbeanrufer seinen Text auf den Anrufbeantworter.

Man könnte auch einen Dienst simulieren, der einfach etwas sinnloses erzählt.

Oder wie wäre es, wenn der Anrufer versehentlich die Geheimnummer eines Geheimdienstes wie 'Universal Exports'?

Egal, für welche Variante man sich auch entscheidet: wichtig ist nur, dass Gegenseite versteht, dass sie unerwünscht ist.

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