Danke, aber "Nein, Danke"!

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Ich habe an diesem Wochenende mal ein sogenanntes Balkonkraftwerk live erleben können. Und sollte ich jemals Gedanken gehabt haben, mir ein ebensolches zu zulegen, so sind diese nun endgültig zerstreut: ich bekomme sich keines. Aus Prinzip nicht!

Die Technik

Das Einrichten war - gelinde ausgedrückt - eine Katastrophe. Selbst wenn man einen eigenen Webserver betreibt, mit Cloudspeicher umgehen kann und Datenbanken programmiert: eine Solaranlage - zu mindestens diese - ist eine ganz andere Hausnummer.
Wobei es vielleicht noch nicht einmal die Anlage selbst ist sondern eher die Dokumentation, die ich eher "für den Popo" halte. "In 5 einfachen Schritten" ist leider nicht so und das fängt damit an, dass z. B. die Begriffe nicht wirklich gut erklärt sind. Welches dieser Geräte ist jetzt der Mikrowechselrichter? Und ist der Begriff "Logger" nun der Mikrowechselrichter oder handelt es sich beim "Logger" um ein drittes Gerät? Und was sollen die zwei WLAN Netzwerke der Geräte? Welches ist lokal und welches stellt die Verbindung zum Hersteller her? Und wenn das einrichten fehlschlägt, wieso gibt es dann nur die Meldung, dass die Einrichtung nicht erfolgreich abgeschlossen werden konnte aber keine Fehlermeldung die einen Hinweis auf die mögliche Ursache gibt?
Ne, liebe Leute. Das muss im Jahre 2024 anders.

Gesparter Strom

Das Balkonkraftwerk erzeugt also Strom, bis zu 600 Watt (demnächst dürfen es bis zu 800 Watt sein) und diesen produzierten Strom darf ich dann selbst verwenden.
Er reduziert sozusagen meinen Grundbedarf, also den Strom, den ich von meinem Stromanbieter abnehme. Verbrauche ich also z. B. zu einem Zeitpunkt 1.500 Watt und mein Balkonkraftwerk stellt 600 Watt zur Verfügung, so muss ich nur noch 900 Watt vom Stromanbieter abnehmen und auch nur noch diese 900 Watt bezahlen.
So weit, so schlecht. Denn: ich gehe ja tagsüber arbeiten. Und dann ist mein Grundbedarf zu Hause fast 0. Ab und zu geht der Kühlschrank an und einige, wenige Geräte befinden sich in Betrieb oder Standby (Router, Telefon). Und der Rest der produzierten Stroms: richtig, den schenke ich durch die Einspeisung automatisch meinem Stromkonzern. Die Armen. Die haben aber auch so wenig Strom und Geld.
Abends, ja abends wenn ich von der Arbeit wieder zu Hause bin, dann kann ich den selbst erstellten Strom selbst nutzen: Tee kochen, TV gucken, PC, ...
Nur dumm, dass Abends eben das Balkonkraftwerk weniger bis gar keinen Strom mehr herstellt, also dann, wenn ich ihn brauchen könnte.

Das Geld

Da lege ich also xxx bis yyyy Euro auf den Tisch und bekomme ein Balkonkraftwerk. Nun ist es nicht so, als ob ich nicht den Strom doch für Geld einspeisen könnte. Doch dafür muss ein weiterer Zähler installiert werden, man muss es anmelden und natürlich muss ich für diese exorbitante Einnahmequelle Steuern bezahlen.
Darüber hinaus bekommt man für jede eingespeiste Kilowattstunde nicht den Betrag, denn man selbst bezahlen muss: bezahlt man z. B. für jede bezogene Kilowattstunde ~30 Cent an den Stromkonzern, bezahlt dieser für eine von mir eingespeiste Kilowattstunden ~8 Cent. Klar, darauf stehen Konzerne: ich gebe dir einen Euro und du gibst mir 50 Cent. Und dann wiederholen wir das. Immer wieder.
Daher behaupten selbst Stromanbieter: das Einspeisen für Geld lohnt sich nicht, schenkt uns den Strom einfach direkt! Z. B. https://www.vattenfall.de/infowelt-energie/solar/balkonkraftwerk-einspeisung

Fassen wir zusammen

Der Hauptgrund warum ich nach aktuellem Stand jedoch kein Balkonkraftwerk bekommen werde ist die Verarsche.
Ich bezahle für das Balkonkraftwerk. Ich bezahle für den Aufbau und Anschluss. Tagsüber, wenn Strom produziert wird verschenke ich ihn an die Konzerne und wenn ich dann abends Strom beziehe bezahle ich die Konzerne auch noch für die Kilowattstunden, die ich selbst kostenlos eingespeist habe.
Bedeutet also: ich zahle für alles, darf aber immerhin kostenlos verschenken.
Daher "Danke", aber "Nein, Danke!"

Kein Wunder, dass demnächst 800 Watt Balkonkraftwerke erlaubt sind. Die Konzerne freuen sich schon: noch mehr Geschenke!

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