Irgendwas dazwischen

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Ich war eigentlich immer für Sommerzeit, natürlich! Viel Licht, lange Licht, warm, sonnig, ...
Doch halt. Nur weil etwas "Sommerzeit" heißt, muss es noch lange nicht warm, trocken, sonnig, ... sein! Es gibt nur an, wann laut Norm welche Uhrzeit angezeigt wird.
Das Gleiche gilt für die Winterzeit. Oh, Entschuldigung: wie viele drauf bestehen "Normalzeit".

Und damit ist für viele die Diskussion "wollt ihr permanente Sommer- oder Winterzeit" auch schon beendet: wenn "Winterzeit" die "Normalzeit" ist, was gibt es denn dann schon zu diskutieren? Alles, was "normal" ist, ist doch permanent gut?
Nun: nein! Es war z. B. im Laufe der Geschichte "normal" Leute mit einer bestimmten Religion zu töten. Und damit ist für mich der Begriff "normal" als Definition per-se "alles Guten" schon einmal durch. Daher spreche ich immer nur von Sommer- und Winterzeit.

Und - wie ich immer sage ...

Alles was einen Vorteil hat, hat auch einen Nachteil, falls es Alternativen gibt. Denn hätte ein System nur Vorteile, gäbe es ja keine Alternativen mehr dazu.

Und so muss man sich bei entweder permanenter Winter- oder auch Sommerzeit darüber klar sein, dass es ungefähr ein halbes Jahr lang einen Vorteil und das andere halbe Jahr lang einen Nachteil geben würde.

Permanente Sommerzeit

Im Winter würde es teilweise erst gegen 9 bis 10 Uhr hell werden.

Permanente Winterzeit

Im Sommer würde es schon kurz nach 4 hell werden.

Diese Effekte sind übrigens umso stärker, je weiter ein Land im Norden oder Süden liegt.

Abschaffen!?

Ein Argument für die Abschaffung der Zeitumstellung ist der erhöhte Aufwand. Ich muss zwar zugeben, dass die Umstellung zwei Mal pro Jahr einen Aufwand darstellt, welchen man ohne Zeitumstellung nicht hätte, die meisten Geräte stellen sich jedoch von alleine um und die paar Ausnahmen sind schnell manuell korrigiert.

Als zweites Argument hört man immer mal wieder, dass die Leute mit der Stunde weniger Probleme haben und sie das wochenlang aus dem Rhythmus bringt (die Stunde mehr ist scheinbar für niemanden ein Problem). Doch dieses Argument lasse ich auch nicht gelten. Denn erstens zwingt niemand jemanden eine Stunde weniger zu schlafen. Einfach "eine Stunde früher ins Bett gehen" und man hat nicht eine Stunde weniger Schlaf sondern nur eine Stunde weniger Freizeit (die man später ja wieder "zurück bekommt").
Zum Zweiten kann mir niemand glaubhaft beweisen, dass er nicht schon einmal in seinem Leben eine Stunde länger aufgeblieben ist (für einen Film, eine Feier, ...) und dann "wochenlang aus dem Rhythmus war".

Ein weiteres Argument, was GEGEN die Abschaffung der Umstellung ist, ist die Tatsache, dass in der EU jedes Land seine eigene Entscheidung treffen könnte. Das wäre ein Durcheinander ohne Ende mit ggf. mehr Folgen als man sich jetzt denken kann. Nicht für jeden Einzelnen alleine, aber für die Wirtschaft, was letztendlich wieder alle treffen würde.

Daher

Daher habe ich meine Meinung inzwischen geändert. Auch wenn es ein wenig Aufwand darstellt, so ist die Zeitumstellung der Kompromiss, um das ganze Jahr über eine möglichst gute Nutzung des Tageslicht über den Tag verteilt zu haben.
Strom spart man dadurch nicht, das haben viele Recherchen inzwischen ergeben. Aber die Möglichkeit mehr Sonne über den Arbeits- und Freizeittag verteilt zu haben, ist meiner Meinung nach den Kompromiss zwischen permanenten Sommer- und Winterzeit wert.

Mit dieser Meinung stehe ich übrigens nicht alleine da, auch das Wissenschaftsmagazin Quark zeigt auf, dass ein Kompromiss durchaus clever ist.

Wem weder Sommer- noch Winterzeit genehm ist, genauso wie die Umstellung zwischen beiden, der muss sich an den Äquator begeben. Dort ist es immer 12 Stunden hell und 12 Stunden dunkel. Dafür ist der Übergang recht schnell: knapp eine Stunde dauert die Umstellung von hellem Tag in tiefe Dunkelheit und umgekehrt.
Aber irgendwas ist halt immer und so muss man lernen, mit einem Kompromiss zu leben ...

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