Liebe*r Leser*innen (m/w/d/i/t/a/x/gn/*/...)

Das Staunen kam jedoch weniger vom Unternehmensgebäude, sondern in einem der Gänge sah ich einen Aushang:
 

 
 

Assistent (m/w/d)? d?

Ja, das "d" hätte seine Richtigkeit, denn es steht für "divers" und es soll nach der Feststellung des Bundesverfassungsgerichtes von Oktober 2017 verhindern, dass jemand wegen Diskriminierung das Unternehmen verklagt.
WTF?

Also habe ich nach meinem Besuch mal ein wenig gesucht und tatsächlich (was mich nicht wundert): es ist noch "schlimmer"! Denn es gibt ...

(m/w/d) steht für männlich/weiblich/divers
(m/w/i) steht für männlich/weiblich/intersexuell
(m/w/i/t) steht für männlich/weiblich/intersexuell/transsexuell
(m/w/a) steht für männlich/weiblich/anders
(m/w/x) steht für männlich/weiblich/egal welches Geschlecht beziehungsweise nicht definiert
(m/w/gn) steht für männlich/weiblich/geschlechtsneutral
(m/w/*) steht für männlich/weiblich/Asterisk kann ein beliebiges Geschlecht oder eine Fußnote symbolisieren

Jetzt bitte nicht falsch verstehen, mir ist es vollkommen egal, wie sich mein*e Arbeitskollege*innen fühlen, von mir aus auch als Golden Retriever, solange ich nicht jede Stunde Gassi gehen muss. Solange Leute sich nicht "AfD" oder "IS" oder ähnlich fühlen, sollen sie doch glücklich werden wie sie wollen. Von mir aus dürfen sie sich täglich als Blume verkleiden und nach Honig duften. Das ist mir alles egal, Hauptsache sie machen ihren Job gut. Aber jetzt soll doch bitte nicht allen Ernstes bei jeder Ausschreibung (und sonstigen Vorkommen von geschlechtsspezifischen Erwähnungen) ALLE MÖGLICHEN Formen des Geschlechts wie sich jemand fühlt aufgezählt werden? DAS würde mich nämlich nerven - nicht die Tatsache, wie die einzelnen Personen sich fühlen!

Wie blöd das zu lesen ist, kann man z. B. in diesem Artikel (https://personalmarketing2null.de/2018/07/m-w-d-drittes-geschlecht-verwirrung/) sich mal vor Augen führen. Fürchterlich zu lesen!

Vor allem: wo soll das noch hinführen? Denn da gibt es ja noch welche, die fühlen sich zu Schuhen und Füßen hingezogen. Naja, warum nicht - ist doch sehr bodenständig. Und was ist mit denen, die Tiere nicht zum Fressen lieb haben, sondern so wirklich? Und dann gibt es ja noch diejenigen, die "Aua" toll finden. Und vergessen wir nicht diejenigen, die eher platonisch unterwegs sind. Oder ...

Und dann wäre ja wahrscheinlich als nächstes die Diskussion anstehend: warum kommt in der Aufzählung das "m" eigentlich immer nach vorne! Welche Eberei/Sauerei/Borg/... ! Das ist doch keine Gleichstellung, wenn immer das Männliche als erstes aufgezählt wird! Die Reihenfolge MUSS zufällig sein, jedes Mal anders! Also müssen die Ausschreibungen dann mit einer täglich wechselnden Reihenfolge ausgehangen werden! (Alternativ könnte man dieselbe Ausschreibung natürlich auch direkt in allen möglichen Varianten aushängen).

Liebe Männer, liebe Frauen, liebe Diverse, liebe Intersexuellen, liebe Schwule, Lesben und Transsexuellen, liebe "alles anders", liebe Geschlechtsneutralen und nicht definierten, liebe * und alle, die ich jetzt vergessen habe: dieser Blogeintrag ist für euch. Und nur für euch!
(Sollte ich eine Gruppierung vergessen haben, bitte nicht direkt verklagen, sondern melden, ich werde die entsprechende Form dann nachtragen, versprochen!)

Und so denke ich mir zum Schluss meinen Teil. Und der lautet: wenn man niemanden (zu Recht) diskriminieren darf und daher alles was möglich ist aufführen muss, um auch niemanden aus zu schließen, warum machen wir es dann nicht einfach wieder wie früher: einfach auf m/w/d/... verzichten und einfach nur die Stelle ausschreiben. Dann wird niemand explizit erwähnt und damit kann dann auch niemand explizit vergessen werden. Es geht einfach nur um die Stelle und sonst nichts. Und besser zum Lesen ist es allemal!

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