Nicht Maaslos zur Mosel

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299 km. Geplant. Ungeplant knapp etwas mehr. Also knapp eine Tankfüllung. Eigentlich etwas mehr. Aber wenigsten eine einzige Tankstelle, die an einem Feiertag offen hat und ich mit irgendeiner meiner Karten bezahlen kann, wird es auf den 300km ja wohl geben ... Ja, am Anfang - wenn der Tank sowieso noch voll ist!

Und wenn es also eine Tankstelle gibt, an der ich mit Karte auch an einem Feiertag bezahlen kann, diese jedoch am Anfang ist, so muss ich wohl oder übel zum Ende mit einer Tankfüllung auskommen. Denn dazwischen gibt es nichts mehr.
Denn erst am Ende einer Rundtour komme ich wieder zu dieser Tankstelle.

Zwischen "Maas und Mosel" ist die heutige Tour, wieder eine aus "Der Grüne Reiseführer" von Michelin.
Und - obwohl diese Ausgabe nicht für Motorradfahrer gedacht ist - macht der Reiseführer zusammen mit dem Motorradnaiv eine wirklich schöne Tour draus. Eine, die für Autofahrer so allerdings nichts gewesen wäre.

Zur Mosel fahre ich sowieso gerne - als Kind waren meine Eltern mit mir jahrelang in Bullay auf dem Campingplatz "Zum Bären" (Schleichwerbung) und daher ist die Mosel immer noch ein gern anvisiertes Ziel für mich.

In einer Moselschleife gibt es ein kurzes Pausen-Picknick und dann auch schnell zurück, bevor das Benzin alle ist.
Und es wird knapp. Sehr knapp. Mit meiner "normalen" fahrweise wäre ich nicht mehr bis zur Tankstelle gekommen und einige Abzweigungen habe ich (wortwörtlich) links liegen lassen, um mit der Tankfüllung aus zu kommen. Denn - so meine Hoffnung - irgendeine Karte MUSS gehen. Falls heute nicht, muss ich ansonsten unbetankt zum Campingplatz zurück. Das würde ja auch noch gehen. Aber am nächsten Tag vom Campingplatz aus wieder zur Tanke macht einen Rest von 0(!) km. Und das laut Hochrechnung des Bordcomputers mit einem warmen Motor - ein kalter braucht mehr. Oder auf neudeutsch: die letzten Kilometer schieben. Und knapp 235 Kg Leergewicht schiebe ich nicht gerne.

Zwei Stopps bleiben noch auf dem Rückweg: das St. Mihiel American Cemetery and Memorial sowie ein Blick in St. Mihiel vom Kreidefelsen aus auf die Gegend.
Passend für den 8. Mai 2018. Denn erstes bedeutet 2018 100 Jahre Ende 1. Weltkrieg und der 8. Mai ist der Tag der Befreiung. Somit ein Tag aller derer, die wann auch immer gegen Ungerechtigkeit gekämpft haben.
Und der Blick vom Felsen von St. Mihiel offenbart eine schöne Gegend. Eine, die vor 100 Jahren von Bomben und Granaten umgepflügt wurde, denn hier war die Frontlinie. Und während man jetzt frei herumfahren kann, bedeutete diese Gegend vor 100 Jahren den fast sicheren Tod.

Also die Rundtour beendet ist, probiere ich an der (nicht mit Personal besetzten Tankstelle) meine VISA Karte aus und werde vom Automaten mal wieder ausgelacht. Was komisch ist, denn wenn Personal im Kassenhäuschen ist, kann ich sehr wohl mit der VISA Karte bezahlen.
Und dann probiere ich etwas aus, was ich im Internet gelesen habe: Karten werden immer dann zurückgewiesen, wenn der Automat nicht online die Bonität überprüfen kann. Also probiere ich meine EC-Karte aus. Und siehe da: nun muss ich meinen PIN eingeben und bekomme Sprit ...
Wieder was gelernt: nicht mit der Kreditkarte tanken, sondern mit der EC Karte und PIN versuchen. So klappt es dann hoffentlich in Zukunft öfters ...

Zurück zum Cottage gibt es heute Abend ein wenig französisches Essen: "Bremer". Aber in einer leicht französisch angehauchten Version: gebratene Fischstäbchen mit "Moutard de Dijon" und Mayo mit dem obligatorischem Glas weißen Bordeaux.

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